Glaube & innere Ruhe

Al-Qadar – eine Quelle innerer Ruhe

Ein zentrales Merkmal der Botschaft des Propheten Muhammed (Friede sei mit ihm) ist der Umgang mit den Unwägbarkeiten des Lebens. In einer Welt voller Chaos, Verlust und unerwarteter …

Ein zentrales Merkmal der Botschaft des Propheten Muhammed (Friede sei mit ihm) ist der Umgang mit den Unwägbarkeiten des Lebens. In einer Welt voller Chaos, Verlust und unerwarteter Wendungen liefert der Islam durch den Glauben an die Vorherbestimmung (Al-Qadar) einen mentalen Anker, der den Menschen vor Verzweiflung schützt.

Dies ist kein fatalistischer Glaube, der zur Tatenlosigkeit aufruft. Vielmehr ist es das Wissen, dass, nachdem man sein Bestes getan hat, das Ergebnis in den Händen einer höheren Weisheit liegt.

Die psychologische Balance: Weder Hochmut noch Verzweiflung

Der Prophet lehrte ein Prinzip, das moderne Psychologen als ultimative Resilienz bezeichnen würden. Der Mensch soll nicht zerbrechen, wenn er verliert, und nicht abheben, wenn er gewinnt.

Der Koran liefert hierfür die Begründung in einer bemerkenswerten Passage in Surah

Al-Hadid (57:22-23):

„Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es erschaffen (…) damit ihr nicht betrübt seid über das, was euch entgangen ist, und euch nicht (zu sehr) freut über das, was Er euch gegeben hat.“

Diese Quelle zeigt die göttliche Pädagogik: Das Wissen um das Schicksal dient dazu, das emotionale Pendel des Menschen zu beruhigen. Wer weiß, dass ein Verlust vorbestimmt war, quält sich nicht mit dem „Hätte ich doch nur…“. Wer weiß, dass Erfolg ein Geschenk und Schicksal ist, wird nicht arrogant.

Die Lehre der Unabhängigkeit von Menschen

Ein weiterer Beweis für die Wahrhaftigkeit dieser Lehre ist, wie sie den Menschen von der Angst vor anderen Menschen befreit. Der Prophet Muhammed (s.a.w.) gab seinem Cousin Ibn Abbas einen Rat, der das Fundament eines furchtlosen Charakters bildet.

In einem authentischen Hadith (überliefert bei Tirmidhi) sagte er:

„Und wisse: Wenn sich die ganze Gemeinschaft zusammentun würde, um dir in einer Sache zu nutzen, könnten sie dir nur in etwas nutzen, das Allah schon für dich niedergeschrieben hat. Und wenn sie sich zusammentun würden, um dir in einer Sache zu schaden, könnten sie dir nur in etwas schaden, das Allah schon für dich niedergeschrieben hat. Die Schreibrohre sind hochgehoben, und die Seiten sind getrocknet.“

Warum dies ein Zeichen der Wahrhaftigkeit ist

Ein Mann, der politische Macht sucht, würde seinen Anhängern versprechen, dass er das Schicksal zu ihren Gunsten wenden kann, wenn sie ihm nur folgen. Er würde Angst schüren oder falsche Hoffnungen wecken. Der Prophet Muhammed hingegen verwies konsequent auf Allahs Willen. Er lehrte seine Anhänger, dass selbst er als Prophet weder Nutzen noch Schaden für sich selbst abwenden kann, außer was Allah will (vgl. Surah Al-A’raf, 7:188). Diese Ehrlichkeit und Demut vor der göttlichen Allmacht zeigt, dass er kein Herrscher sein wollte, sondern ein Diener war, der die Realität der menschlichen Existenz vermittelte.

Textgrundlage & Quellen +

Version 3 – Der letzte Prophet – Struktur, Manuskript, Seiten 64–65. Absätze und Überschriften wurden für die Website aufbereitet; der Inhalt wurde nicht faktisch geprüft.

Übernommener Manuskripttext. Die enthaltenen historischen Aussagen, Zitate und Quellenangaben wurden für diese Gestaltungsvorschau nicht unabhängig geprüft.

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