Wenn wir die Geschichte der Menschheit betrachten, sehen wir viele Ideen kommen und gehen. Philosophien blühen auf und verwelken, Imperien entstehen und zerfallen zu Staub. Doch es gibt eine Kraft, die sich allen historischen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz von einem isolierten Punkt in der Wüste bis in den letzten Winkel der Erde ausgebreitet hat.
Schalten Sie den Fernseher ein, öffnen Sie eine Zeitung oder scrollen Sie durch Ihren Newsfeed. Worauf stoßen Sie fast zwangsläufig? Auf den Islam. Manchmal positiv, oft kontrovers diskutiert, aber er ist da. Er ist präsent. In den Metropolen Europas, in den Dörfern Afrikas, in den Hochhäusern Asiens und den Vorstädten Amerikas.
Für uns ist das heute eine geopolitische Selbstverständlichkeit. Aber reisen wir gedanklich zurück in das 7. Jahrhundert. Wir befinden uns bei einer kleinen Gruppe von Verfolgten in Arabien. Sie haben keine Macht, kein stehendes Heer, keine Medien. Sie sind umzingelt von Feinden, die sie auslöschen wollen.
In genau diesem Moment der Schwäche macht der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) eine Vorhersage, die an Kühnheit nicht zu überbieten ist.
„So weit wie Nacht und Tag“
Der Prophet beschrieb die Zukunft seiner Botschaft nicht als lokales Phänomen, sondern als eine globale Unausweichlichkeit. Er sagte:
„Diese Angelegenheit [der Islam] wird gewiss jeden Ort erreichen, der von Nacht und Tag berührt wird. Gott wird kein Haus und keinen Wohnsitz auslassen, ohne die [Botschaft des Islams] hineinzubringen.“
Analysieren wir diese Worte. „Jeden Ort, der von Nacht und Tag berührt wird.“ Das ist eine poetische, aber präzise Umschreibung für den gesamten Globus. Solange sich die Erde dreht, gibt es keinen Ort, der davon ausgenommen ist.
Noch faszinierender ist der zweite Teil: „Kein Haus und keinen Wohnsitz auslassen.“ Er sprach von einer Durchdringung der Privatsphäre. Die Botschaft würde nicht an den Grenzen oder auf den Marktplätzen haltmachen, sie würde in die Wohnzimmer gelangen.
In einer anderen Überlieferung sagte er:
„Gott hat die Erde für mich gefaltet, ich habe ihren Osten und ihren Westen gesehen, und die Herrschaft meiner Umma [Gemeinschaft] wird so weit reichen, wie die Erde für mich gefaltet wurde.“
Gegen jede Wahrscheinlichkeit
Warum ist das so erstaunlich? Weil Religionen normalerweise an Geografie und Kultur gebunden sind. Der Hinduismus blieb weitgehend in Indien, der Shintoismus in Japan. Das Christentum brauchte das Römische Reich als Trägermedium.
Der Islam hingegen startete im „Niemandsland“ der antiken Welt. Die Araber waren damals politisch so unbedeutend, dass die Supermächte Rom und Persien es nicht einmal für nötig hielten, sie zu erobern. Es war, als würde heute eine Gruppe von Menschen in der Antarktis behaupten, ihre neue Philosophie würde bald in jedem Haushalt von New York bis Tokio diskutiert werden .
Rational betrachtet hätte der Islam mit dem Tod des Propheten oder spätestens nach den ersten Angriffen der Großmächte verschwinden müssen. Stattdessen geschah das, was Historiker bis heute als eines der größten Rätsel der Geschichte bezeichnen: Eine blitzartige Expansion, die die bekannten Weltordnungen einfach hinwegfegte.
Die Realität heute: In jedem Haus
Heute, über 1.400 Jahre später, sehen wir die buchstäbliche Erfüllung dieser Worte.
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Geografische Präsenz: Es gibt heute kaum ein Land auf der Erde ohne eine muslimische Gemeinschaft. Von den indigenen Völkern in Südamerika bis zu den entlegensten Inseln Indonesiens.
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Wachstum: Der Islam ist die am schnellsten wachsende Religion der Welt. Prognosen zufolge wird er in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die größte Religionsgemeinschaft stellen .
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Die mediale Erfüllung: Durch das Internet, Fernsehen und soziale Medien ist der Islam tatsächlich in „jedes Haus“ eingedrungen. Selbst wer keinen muslimischen Nachbarn hat, hört von dieser Religion. Die Botschaft ist da – auf unseren Bildschirmen, in unseren Büchern, in unseren Diskussionen.
Ein Zeichen für den Verstand
Was sagt uns das? Wenn ein Mensch in einer Zeit ohne globale Kommunikation, ohne Satelliten und ohne Wissen über die Ausmaße der Kontinente vorhersagt, dass seine Lehre jeden Winkel der Erde erreichen wird – und genau das passiert –, dann müssen wir die Quelle seines Wissens hinterfragen.
Es war kein Zufallstreffer. Es war kein politisches Kalkül, denn zu dem Zeitpunkt, als er das sagte, kämpfte er ums bloße Überleben. Es war eine Garantie.
Die Globalisierung des Islam ist nicht nur eine Statistik. Sie ist ein Hinweis darauf, dass diese Botschaft nicht für einen Stamm, eine Rasse oder eine Epoche gedacht war. Sie ist universell. Sie spricht etwas im Inneren des Menschen an – die Fitrah, die natürliche Veranlagung –, das überall auf der Welt gleich ist, egal ob in der Wüste Arabiens oder in den Wäldern Deutschlands.