Zwei Begriffe, zwei Abschnitte
Die islamische Überlieferung erzählt von einer außergewöhnlichen Reise: der Isra, der Nachtreise von Mekka zum fernen Heiligtum, das in der Tradition mit Jerusalem identifiziert wird, und dem Miʿradsch, dem Aufstieg durch die Himmel. Die beiden Begriffe bezeichnen zusammengehörige, aber unterschiedliche Abschnitte.
Qadhi versteht die Reise entsprechend einer verbreiteten traditionellen Auslegung als wirkliches Geschehen im Wachzustand und mit dem Körper. Diese Seite gibt diese Glaubensüberzeugung als solche wieder; sie stellt das Wunder nicht als unabhängig nachgewiesenes historisches Ereignis dar. Der genaue Zeitpunkt ist auch innerhalb der Überlieferung nicht einheitlich bestimmt.
In der Gemeinschaft der Propheten
Die Berichte verbinden Muhammad mit früheren Gesandten. In Jerusalem führt er nach der Überlieferung die Propheten im Gebet an. Beim Aufstieg begegnet er unter anderem Abraham, Moses und Jesus.
Die Bedeutung geht damit über das Außergewöhnliche der Reise hinaus: Muhammad erscheint als Teil einer zusammengehörigen Geschichte göttlicher Sendung. Aus islamischer Sicht führen die Propheten Menschen zu demselben Gott, auch wenn ihre Lebensumstände und einzelne religiöse Bestimmungen verschieden sind.
Ein Bezug zum täglichen Leben
Mit dem Aufstieg verbindet die Überlieferung die Verpflichtung zu den fünf täglichen Gebeten. Das Gebet bringt die Erinnerung an Gott in den gewöhnlichen Tagesablauf zurück. Die Erzählung führt also vom außergewöhnlichen Erlebnis zu einer regelmäßig gelebten Beziehung.
Bei diesem Thema ist sprachliche Sorgfalt besonders wichtig: „Himmel“ und „Paradies“ sind nicht beliebig austauschbar. Ebenso übernimmt diese Zusammenfassung keine beliebten Ausschmückungen, die Qadhi selbst als nicht zuverlässig belegt bezeichnet – etwa die Vorstellung eines geflügelten Pferdes.