Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen
Zu den frühen Muslimen gehören Khadija, Abu Bakr, Ali und Zaid. Die wachsende Gemeinschaft besteht weder ausschließlich aus Armen noch ausschließlich aus Einflussreichen. Menschen mit Besitz schließen sich ihr ebenso an wie Menschen, die versklavt sind oder wenig gesellschaftlichen Schutz haben.
Die Verkündigung des einen Gottes stellt die Verehrung anderer Gottheiten infrage. Damit berührt sie auch Familienloyalitäten, das Ansehen der mekkanischen Führung und bestehende Machtverhältnisse. Der Widerstand reicht von Spott und sozialem Druck bis zu körperlicher Misshandlung. Nicht jeder Gegner handelt gleich, und nicht jeder Nichtmuslim beteiligt sich an der Verfolgung.
Schutz bei einem christlichen Herrscher
Ein Teil der Gläubigen wandert nach Abessinien aus. Muhammad empfiehlt das Land wegen seines als gerecht bekannten christlichen Herrschers, des Negus. Die Flüchtlinge suchen dort Schutz, ohne dass dessen religiöse Zugehörigkeit ein Hindernis wäre.
Qadhi schildert, wie Dschaʿfar vor dem Herrscher die Veränderungen erläutert, zu denen die neue Botschaft aufruft: Wahrhaftigkeit, verlässliche Beziehungen und Fürsorge für Schwache. Diese Begegnung gehört zu den frühen Momenten, in denen Muslime ihren Glauben gegenüber christlichen Zuhörern erklären.
Wenn das Umfeld mitgetroffen wird
Später soll ein sozialer und wirtschaftlicher Boykott Muhammads schützende Verwandtschaft isolieren. Er trifft auch Angehörige, die selbst keine Muslime sind, aber den Schutz ihres Familienmitglieds nicht aufgeben. Hunger und Entbehrung werden zu einer gemeinsamen Erfahrung.
Die Entstehung der Gemeinschaft ist deshalb keine Geschichte ununterbrochenen Erfolgs. Sie verlangt Ausdauer und Hilfe über Gruppengrenzen hinweg. Gerade die Zuflucht in Abessinien zeigt, dass Gerechtigkeit in dieser Lebensgeschichte auch außerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft erkannt wird.