Ein Konflikt wird zur Schlacht
Die Auswanderung beendet die Auseinandersetzung mit Mekka nicht. Bei Badr zieht die muslimische Gruppe zunächst aus, um eine Handelskarawane der Quraisch abzufangen. Eine mekkanische Streitmacht rückt aus; schließlich kommt es zur Schlacht. Es wäre daher ungenau, den Anfang als bloße Abwehr eines bereits erfolgten Angriffs auf Medina zu beschreiben.
Die zahlenmäßig kleinere muslimische Streitmacht gewinnt. Muslime verstehen diesen Erfolg als göttliche Hilfe. Die Ereignisbeschreibung und ihre Glaubensdeutung gehören zusammen, sollten aber sprachlich unterscheidbar bleiben.
Qadhi hebt auch Muhammads Verhalten auf dem Weg hervor: Beim begrenzt verfügbaren Reittier teilt er die Mühen des Fußmarschs mit seinen Begleitern. Führung bedeutet in dieser Darstellung nicht, sich selbstverständlich von den Belastungen der anderen auszunehmen.
Beratung vor Uhud
Im folgenden Jahr kommt es bei Uhud erneut zur Schlacht. Vorher wird beraten, ob man in Medina bleiben oder außerhalb kämpfen soll. Muhammad folgt der Entscheidung, hinauszuziehen, obwohl er selbst zunächst die Verteidigung innerhalb der Stadt bevorzugt.
Die Schlacht entwickelt sich zunächst günstig für die Muslime. Als ein Teil der Bogenschützen seine zugewiesene Stellung verlässt, kann die gegnerische Reiterei die Lage wenden. Die Gemeinschaft erleidet schwere Verluste; auch Muhammads Onkel Hamza wird getötet.
Kein Versprechen ständiger Siege
Die beiden Ereignisse stehen bewusst nebeneinander. Ein militärischer Erfolg beweist nicht, dass künftig jede Entscheidung gelingt. Und ein Rückschlag hebt Verantwortung, Zusammenhalt und Vertrauen nicht auf.
Für eine Einführung in die Sirah ist das wesentlich: Der Prophet erlebt nicht nur Bewunderung und Durchbrüche, sondern Verlust und Entscheidungen unter Unsicherheit. Seine Lebensgeschichte bleibt auch in der religiösen Deutung eine Geschichte menschlicher Anstrengung.